Albert Friedrich ist der Vater des Gedanken „Unimog“. In den Archiven der Firma Daimler schlummerte lange unentdeckt sein Gedächtnisprotokoll über die Anfänge dieses Universalmotorgeräts. Lars Döhmann von f-kubik stellte mog-info den Inhalt des interessanten ... ... Dokuments zur Verfügung. Erst 1960 hielt Friedrich die Stationen der Entwicklung in der dritten Person fest – mit entsprechender Kenntnis der Geschichte und der besonderen Umstände im Nachkriegsdeutschland lässt sich zwischen den Zeilen über den authentischen Inhalt noch viel mehr herauslesen. „Der 2. Weltkrieg war im Oktober 1944 bereits in eine kritische Phase eingetreten, so dass allen Klarheit über das Schicksal Deutschlands gegeben war. Der Morgenthauplan war in Amerika verkündet worden, der besagte, dass die Zukunft Deutschlands nicht mehr in einer industriellen Entwicklung liegen werde, sondern dass die Landwirtschaft das einzige Ziel einer Weiterentwicklung sein könne. In dieser Zeit fasste der damalige Leiter der Flugmotoren-Entwicklung der Daimler-Benz A.G. Albert Friedrich den Grundgedanken zu einem landwirtschaftlichen motorisch aufgebauten Gerät, das gegenüber dem damals bekannten Ackerschlepper und seinen Zusatzgeräten eine neue Linie aufweisen sollte. Er unterhielt sich mit Bauern über die Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit eines zukünftigen Fahrzeuges dieser Art, um nach Kriegsende auch b ei Daimler-Benz eine Entwicklung einleiten zu können, die für den damals überschaubaren Friedensbedarf eine besondere Note darstellen würde. April/Mai 1945 In dieser Zeit ging der Krieg seinem Ende entgegen und Herr Friedrich war in Schwäbisch-Gmünd von den Amerikanern überrollt worden (19.4.1945). In dieser Zeit der schlechten Möglichkeit, technische Arbeit und technische Gedanken neu anzubringen, begann er am 12. Mai 1945, also kurze Zeit nach der Überrollung, mit den ersten Skizzen zu dem gedachten Motorgerät für die Landwirtschaft. Ein Fortkommen aus Schwäbisch-Gmünd und ein Zurückgehen nach Stuttgart-Untertürkheim war damals durch die militärischen Vorschriften nicht möglich und so bildete diese erste Arbeit eine wesentliche Entlastung für ihn selbst. Juni 1945 In dieser Zeit war die Möglichkeit gegeben, nach Stuttgart-Untertürkheim zurückzukehren und trotz der außerordentlich turbulenten Verhältnisse bei Daimler-Benz bekam Herr Friedrich von Herrn Dr. Haspel den Auftrag, eine gewisse Ordnung der Konstruktionsbüros wieder einzuführen und zwar mit dem Gedanken, wertvolle Kräfte aus der Flugmotoren-Entwicklung zusammen mit den aus dem Automobilbau noch übrig gebliebenen Konstrukteuren zu einer neuen Einheit zusammenzuführen, wobei man damals noch nicht übersehen konnte, in welcher Weise der Personenwagenbau und der Lastwagenbau, sowie auch der von Herrn Friedrich vorgeschlagene Bau eines landwirtschaftlichen Gerätes wieder aufgenommen werden konnte. Die damalige Demontage von Maschinen, die scharfen Gesetze der Nichtverwendung von Parteimitgliedern und Mitgliedern irgendwelcher Organisationen waren die Haupthindernisse, die einem Weiterkommen auf irgendeinem Wege entgegenstanden. |